> Mein Hittisau > Hittisau > Hittisau aktuell

Hittisau Aktuell

Die Gemeinde Hittisau trauert um Pfr. Adolf Huber

04.05.2020

Vordenker und großes Vorbild
Zum Gedenken an den Altpfarrer und Ehrenbürger von Hittisau Adolf Huber.

Cons. Adolf Huber (* 7.3.1923 Alberschwende – † 8.4.2020 Hittisau).

Als Adolf Huber 1968 als neuer Pfarrer in Hittisau einzog, konnten die Glocken nicht ordentlich läuten (der Glockenstuhl wurde gerade erneuert und zwei Glocken umgegossen) und 52 Jahre später, als er 2020 zur Auferstehung auszog konnte man ihn coronabedingt nur im kleinen Kreis beerdigen (die Beerdigung fand am Mittwoch in der Osterwoche statt) und den Gottesdienst erst später feiern.

Am Mittwoch in der Karwoche, am 8. April 2020 ist der älteste Priester der Diözese Alt-Pfarrer Cons. Adolf Huber, der die letzten Jahre im Pflegeheim Hittisau gewohnt hat, im 98. Lebensjahr verstorben. Bis zuletzt hat er am Sonntagsgottesdienst der Pfarrgemeinde mitgefeiert. Für diesen Sommer war die Feier seines 70-jährigen Priesterjubiläums geplant.

Altpfarrer Adolf Huber hat neben seinen wertvollen Diensten als Seelsorger vielfältig gewirkt. Als engagierter Bürger, Religionslehrer und Vordenker war er für viele ein großes Vorbild. Mit seinem „Vergelt´s Gott“, seinen mesnchlichen und seelsorglichen Begleitung hat er ganze Generationen geprägt.

Adolf Huber war am 7. März 1923 in Alberschwende seinen Eltern Martin & Margareta Huber geboren. Seine Mutter verstarb 8 Tage nach seiner Geburt. „Wir waren 4 Buben und jeder hatte eine Schwester.“ pflegte er über seine Familienverhältnisse zu sagen. Nach der Volksschule in Alberschwende durfte er, schon mit dem Berufswunsch Priester zu werden, das Paulinum in Schwaz und dann das Gymnasium Bregenz besuchen, wo er die 7. Klasse mit Maturaberechtigung (wegen Kriegsdienst) 1942 beendete. Daran schloss sich für den jungen Mann der Kriegsdienst an, der ihn als Nachrichtentechniker und Funker auf den Kaukasus, auf die Krim und nach Rumänien führte. Es folgten Verwundung und Gefangenschaft bis Kriegsende. Danach studierte er in Innsbruck Theologie. „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ war sein priesterlicher Leitspruch zur Priesterweihe am Peter & Paulstag 1950 durch Bischof Franziskus Tschann in Alberschwende.

Umgehend wurde Adolf Huber in den priesterlichen Dienst genommen, vorerst als Kaplan in Bludenz, Sulzberg, Hörbranz und Haselstauden. Er war damals einer der wenigen Geistlichen mit Auto, seinem Goggomobil, und so wurde ihm, damit er mit gutem Gewissen Autofahren konnte, auch Ebnit zugeteilt. Vielen ist er noch als Leidenschaftlicher und freundlicher Autofahrer in Erinnerung. Als Pfarrer in Krumbach von 1960 bis 1968 setzte er dann die Neuerungen des Konzils um. Mit 1.9.1968 übernahm Adolf Huber die große Pfarre und die große Dreikönigskirche von Hittisau in die seelsorgliche Verantwortung, die bis dahin von zwei oder gar drei Geistlichen betreut worden war. Schon 1970 kam noch die Pfarre Sibratsgfäll dazu. Bis 2005 stand er dann diesen beiden Pfarren vor.

Es gelang ihm Beruf und Berufung, Fähigkeiten und Hobbies immer wieder zu verbinden. Die vielfältigen Aufgaben als Seelsorger, als Religionslehrer in den Schulen und die würdige Gestaltung der verschiedensten Gottesdienstformen unter Mitwirkung möglichst vieler waren ihm ein großes Anliegen. Als Pfarrherr der weitläufigen Gemeinden und bei seinen Urlauben im Südtirol durfte er viel Autofahren und davon hat er dann auch gern erzählt. Als technikversierter Mensch sorgte er ab 1974 für die Kommunikation mit den Gläubigen durch das Verfassen und den Druck des Pfarrblattes. Als Verwalter der pfarreigenen Immobilien mit Kirchenrenovierung außen und innen, Orgelstabilisierung, Glockenplatte, … hinterließ er nachhaltige Spuren. Versiert auch am Computer hielt er bis zuletzt über dieses Medium Kontakt zur Außenwelt. Über seine Pensionierung hinaus war er seinem Nachfolger ein väterlicher Ratgeber und verlässlicher Vertreter. Sein ganzes langes Leben lang sagte er immer wieder „I dur, was i ka. Deasas muss der do domm tu.“ und so war es auch. Er tat was er konnte in Worten und Werken und der große Rest war Gottvertrauen!

Pfarrer Adolf Huber war ein Priester, ein Pfarrer für alle Jahreszeiten und stand fast 70 Jahre im Dienst Gottes an den Menschen. In Wertschätzung und aus Dankbarkeit für all seine guten Dienste, für sein engagiertes Wirken und für sein segensreiches Bemühen um ein friedliches Miteinander in der Gemeinde wurde er zum 40sten Priesterjubiläum 1990 zum Ehrenbürger von Hittisau ernannt.

Eingereicht von Michael Bartenstein
https://www.kath-kirche-vorarlberg.at/pfarren/hittisau/willkommen

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung der Webseite und Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Hinweis schließen