Land I Gespräche I Hittisau

2. Veranstaltung der Reihe am 28. September 2019:

Bildung für den ländlichen Raum der Zukunft

Bildung ist, so heißt es, eine Investition in die persönliche Zukunft. Doch welche Bildung spezifisch wollen und brauchen junge Menschen im ländlichen Raum? Soll der Schwerpunkt auf die Allgemeinbildung oder auf den Erwerb besonderer Fertigkeiten gelegt werden? Ist es der jeweils höchst mögliche Bildungsabschluss, der anzustreben ist, oder gelten auf dem Land andere Kriterien? – Und der ländliche Raum selbst: Menschen mit welcher Art von Bildung braucht er, um weiterhin vital und attraktiv zu sein, für seine Bewohner ebenso wie seine Besucher?

Solche und andere Themen auszuloten, macht sich die Veranstaltung zur Aufgabe, welche am Samstag, 28. September nachmittags im Rahmen der Land|Gespräche|Hittisau über die Bühne gehen wird: „Bildung für den ländlichen Raum der Zukunft“.

Die Initiatoren Johann Steurer, Markus Faißt und Hermann Hagspiel konnten gemeinsam mit den Verantwortlichen der Gemeinde auch dieses Jahr ein interessantes Programm zusammenstellen und namhafte Fachleute aus der weiteren Nachbarschaft des Bregenzerwaldes als Referenten gewinnen:

  • Helga Kohler-Spiegel, Professorin für Human- und            Bildungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, Psychotherapeutin und Supervisorin – Thema: „Wo Bildung beginnt.“

  • Josef Watschinger, Schuldirektor und Leiter des Schulverbunds Pustertal sowie des Netzwerks „lernen&raum“ in Südtirol – Thema: „Wie eine Schulgemeinschaft sich aus sich heraus und im Dialog mit ihrer Umgebung entwickelt, Haltung aufbaut und sich ein eigenes Profil gibt.“

  • Theo Wehner, Professor em. für Arbeits- und Sozialpsychologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich – Thema: "Aber so richtig für das Leben lernt man eher bei der freiwilligen Arbeit“; Kompetenzerwerb jenseits der Schule und ohne Curriculum.

Carmen Willi, Referentin für Jugend und Familie in Egg, wird im Anschluss an die Vorträge eine Diskussion der Referent/-innen mit Vertreter/-innen der Lehrer- und Elternschaft des Bregenzerwaldes moderieren. Ziel ist ein Gedankenaustausch aller Teilnehmer/-innen, um möglichst in der Region umsetzbare Ergebnisse oder Ansätze, die weiter bearbeitet werden können, zu erzielen – in Sinne des „Vom Reden zum Tun“.

Die Reihe
Die Land|Gespräche|Hittisau verstehen sich als Veranstaltungsreihe. Jährlich findet in der Bregenzerwälder Gemeinde eine Tagung im interaktiven Format zu aktuell wichtigen Fragen des dörflichen Zusammenlebens statt. Nach den Themen „Wohnformen der Zukunft“ 2018 und „Bildung“ 2019  sollen in den kommenden Jahren Fragen der Mobilität, Nahversorgung und Arbeiten auf dem Land Gegenstand der Veranstaltung sein. Die Gesprächsreihe entstand aus dem unmittelbaren Bedarf an Wissen und Expertise im Ort heraus. Dessen ungeachtet sind alle Interessenten, die das jeweils in den Mittelpunkt gestellte Thema bewegt, vor allem die jungen Menschen der engeren und weiteren Umgebung herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Der Eintritt ist frei, eine jedoch erforderlich (begrenzte Teilnehmerzahl) und ab sofort möglich unter: 05513 6209-250 oder tourismus@hittisau.at

Die Organisation der Tagung 2019
Die Tagung findet 2019 wieder im Ritter-von-Bergmann Saal in Hittisau statt und ist für Teilnehmer kostenlos. Sie soll niederschwellig, einfach und kosteneffizient über die Bühne gehen – ohne Belastung der Gemeindekasse. Die finanzielle und vor allem auch inhaltliche Unabhängigkeit ist den Organisatoren wichtig und nur möglich dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Beteiligter sowie der Sponsoren aus der Wirtschaft, die Finanzmittel für die Abdeckung der unweigerlich anfallenden Kosten (Referenten, Saaltechnik und Bewirtung, Kommunikation, Ergebnisheft usw.) großzügiger Weise zur Verfügung stellen.

Der Dank des Organisationsteams geht 2019 an Claus Haberkorn, Raiffeisenbank Vorderbregenzerwald, Dipl.Ing. Pius Lässer Innsbruck-Hittisau, Privatkäserei Rupp, Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Was bisher geschah
Im Herbst 2018 fand die erste Veranstaltung der Reihe LandǀGeprächeǀHittisau zum Thema
„Wohnformen der Zukunft im ländlichen Raum“ statt. Im vollbesetzten Ritter-von-Bergmann Saal setzten die drei prominenten Gastredner ganz unterschiedliche Schwerpunkte:

Martin Kaiser, Geschäftsführer der gemeinnützigen Wohnungsbau GmbH in Sonthofen/Allgäu, befasste sich mit Bauen und Wohnen in Zeiten tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels.

Dietmar Eberle, Architekt und langjähriger Leiter des Wohnforums an der ETH-Zürich, setzte sich in seinem leidenschaftlichen Exkurs mit den zuletzt eklatant gestiegenen Wohnbaukosten auseinander.

Gio A. Caminada, Architekt aus Vrin/Graubünden und Professor an der ETH Zürich, widmete sich dem zeitgemäßen Um- und Neubau im alpinen Bergdorf, illustriert durch konkrete Beispiele eines sensiblen Umgangs mit dem vorhandenen Bestand.

Eine Zusammenfassung der Beiträge wurde im „Ergebnisheft 2018“ veröffentlich, das  bei tourismus@hittisau.at per E-Mail angefordert oder elektronisch hier im Volltext angesehen werden kann.

Eine Folgeveranstaltung im kleineren Kreis fand am 31. Januar in Hittisau unter der bewährten Moderation von Annemarie Felder und mit Unterstützung des Büros für Zukunftsfragen des Vorarlberger Landesregierung statt. Die vertiefende und sehr substantielle Diskussion führte zu dem Ergebnis, dass ein „Stammtisch“ aller Interessierten eingerichtet werden soll, der im Besonderen an den Themen Leerstand und gemeinnütziger Bauträger im Bregenzerwald weiter arbeiten soll.

 

 

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