Frauenmuseum Hittisau - Museumspreis

Das Frauenmuseum Hittisau erhält den Österreichischen Museumspreis 2017. Es handelt sich dabei um die höchste staatliche Auszeichnung für Museen in Österreich. Der Preis ist mit Euro 20.000 dotiert.

Die Ernennung hat Kulturminister Thomas Drozda bekannt gegeben. Verliehen wird der Preis auf Empfehlung des Museumsbeirats. Diesem gehören folgende Personen an: 

Bettina Habsburg-Lothringen (Leiterin der Museumsakademie des Universalmuseums Joanneum in Graz),
Peter Keller (Generaldirektor von ICOM),
Helmut Lackner (stv. Direktor Technisches Museum Wien),
Christina Leitner (fachliche Leiterin Textile Kultur Haslach),
Doris Prenn (prenn_punkt, büro für kommunikation und gestaltung) und
Gabriele Rath (Rath & Winkler. Projekte für Museum und Bildung, Innsbruck).

In der Begründung des Beirats heißt es: „Frauenmuseen sind nicht bequem. In der Stadt ist das Widerspenstige eine Qualität des Urbanen. In ländlichen Regionen braucht es dafür einerseits den Mut zur direkten Konfrontation, andererseits ein integratives Augenmaß, um Veränderungen auch tatsächlich anzustoßen. Das Spezialmuseum, nunmehr bereits 17 Jahre alt, hat den Beweis erbracht, dass sich die kritische Auseinandersetzung zu den weiterhin wichtig bleibenden gesellschaftlichen Fragestellungen in einer Region wie dem Bregenzer-wald gewinnbringend führen lässt – insofern ist es beispielgebend für Museen im ländlichen Raum generell.“

Und weiter: „In außerordentlich kluger Programmierung gelingt es dem Museum in ebenso unaufgeregter wie beständiger Weise, Frauengeschichte und Frauenkultur ins Zentrum zu stellen.“ „Erstaunlich weitblickend“ habe das Museum zum Beispiel schon 2005 eine Ausstellung mit dem Titel Kopftuch Kulturen gezeigt.

Der Beirat weist auf den hohen Stellenwert der Vermittlung, der sich in der Anzahl der beschäftigten Kulturvermittlerinnen wiederspiegle, sowie auf die Bedeutung des Frauenmuseum Hittisau als Kulturort hin: „In einer Zeit, in der zahllose Frauenkultureinrichtungen unserer Gesellschaft abhanden kommen, ist diese Einrichtung eine umso erfreulichere und würdigenswerte Tatsache!“

Ebenso würdigt der Museumsbeirat die Tatsache, dass alle im Frauenmuseum Hittisau beschäftigten Frauen für ihre Tätigkeit bezahlt werden: „Sich konsequent und glaubwürdig mit der Frage des Stellenwerts von Frauen in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen, bedeutet, auch ihre Arbeitsleistungen entsprechend zu honorieren. Stefania Pitscheider Soraperra, die Leiterin des Frauenmuseums, hat das Museum gemeinsam mit der Gemeinde Hittisau auch zu einem klaren arbeitsmarktpolitischen Statement gemacht. Auch in dieser Hinsicht ist das Frauenmuseum beispielhaft.“ 

Wir gratulieren dem Team um Direktorin Stefania Pitscheider Soraperra recht herzlich zu dieser Auszeichnung und Anerkennung für ihre Arbeit!

Bild: Tobias Heimplätzer

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