Protokoll - Waldbegehung Lecknertal, Donnerstag 19.07.2012

Begehungsroute - Schattseite: Unteres Ochsenlage - Kälberweide (Pfarre Lingenau), Sonnseite: Glockenplatte - Waldbereich Eggalpe /Schlussbesprechung bei der Juliansplatte

Bolgenach III - Schattseite

Im Bereich der Schattseite handelt es sich vorwiegend um Tannen-Buchenwaldstandorte. Dort wo die Waldgebiete weidefrei gehalten wurden, entspricht die derzeitige Bestockung jener potentiellen natürlichen Waldgesellschaft.

Bereiche die schon über viele Jahrzehnte beweidet wurden, sind in der Baumartenvielfalt verarmt. Es handelt sich zumeist um extensiv genutzte Weideflächen die mit der Zeit mit Fichten zugewachsen sind. Werden in diesen Bereichen Waldnutzungen vorgenommen, so sind diese weideviehsicher Einzuzäunen (Bescheid). Ansonsten ist eine artenreiche Waldverjüngung (Ta, BU, BAh) nicht möglich. Waldbauliches Ziel in diesen von der Weide beeinflussten Wäldern sollte die Einbrinung eines höheren Anteils an Mischbaumarten sein. Dadurch würde sich die Widerstandskraft gegen Windwürfe und Borkenkäferkalamitäten (Klimawandel) wesentlich erhöhen.

Wildschäden:
Grundsätzlich ist die Naturverjüngung (auch der Tanne) auf der Schattseite in einem sehr guten Zustand. Es ist ersichtlich, dass in den vergangenen Jahren eine wesentliche Verbesserung in Bezug auf Wildschäden eingetreten ist – ein Dank an die zuständigen Jäger.

Bolgenach III - Sonnseite

Auch auf der Sonnseite dominieren die Tannen-Buchenwaldstandorte. Viele der Waldbereiche waren in der Vergangenheit mit Waldweide belastet. Daher sind in der aktuellen Waldbestockung auch von Fichten dominierte Bestandstypen zu finden. Für Wälder mit aktueller Waldweide gelten ebenfalls die waldbaulichen Aussagen der Schattseite (siehe oben).

Im Bereich der Sonnseite wurde im Zuge der Begehung ein ehemaliges Borkenkäfernest besichtigt. Dort wurden vor zirka 15 Jahren die ersten vom Borkenkäfer befallenen Bäume entfernt.

Das Verjüngungspotential des Standortes ist sehr gut - Naturverjüngung ist reichlich angeflogen. Die Weiterentwicklung der Verjüngung wird allerdings durch selektiven Verbiss, insbesondere der Baumarten Tanne und Bergahorn, stark gehemmt. Fichte und Buche entwickeln sich etwas besser, sind aber ebenfalls in ihrer Entwicklung verzögert.

Nach Auskunft des Waldaufsehers ist diese Verjüngungsentwicklung auf den meisten Nutzflächen der Sonnseite so zu beobachten. Schwerpunktbejagung im Bereich solcher Verjüngungsflächen wurde angeregt. Eine Verbesserung der Wildschadenssituation ist erforderlich.

Schlussbesprechung Juliansplatte

Im gesamten Lecknertal wurde in den letzten Jahren sehr viel Holz mobilisiert. Inzwischen sind auf einem Großteil der Waldfläche die Voraussetzungen für die Naturverjüngung geschaffen - der Lebensraum für die Wildtiere wurde dadurch verbessert.

Da die Nutzungen zum Teil wenig pfleglich durchgeführt wurden, werden zukünftig die Holzerntearbeiten noch intensiver kontrolliert. Bei Nichteinhaltung der behördlichen Vorgaben droht Anzeige.

Der Zustand der Waldverjüngung auf der Schattseite der GJ Bolgenach III ist sehr gut. Die Bejagung sollte wie bisher weiterbetrieben werden.

Auf der Sonnseite sind die Schwerpunktbejagungen im Bereich der Nutzungsflächen dringend notwendig (Errichtung jagdlicher Infrastruktur).

Der Objektschutzwald oberhalb der Juliansplatte sollte dringen verjüngt werden. Ein gemeinsamer Lokalaugenschein (Eigentümer, Forst und Jagd) wurde in Aussicht gestellt. Der Eigentümer nimmt diesbezüglich Kontakt mit dem WA auf.

Die Begehung und Besprechung erfolgte unter einem sehr guten Gesprächsklima. Auf gute Kommunikation soll weiterhin Wert gelegt werden. Eine Folgebegehung in zwei Jahren wurde als wichtig angesehen.

 

Teilnehmer:
Alexander Oberlechner, Mathias Marxgut, Jakob Nußbaumer, Manfred Feuerstein, Reinhold Berkmann, Gebhard Niederwolfsgruber, Willi Salzgeber, Konrad Bilgeri, Gerhard Nußbaumer, Jos Lässer, Josef Eugster, Mathias Eugster, Klaus Schwarz, Egon Schelling, Emmerich Nenning, Hubert Sinnstein, Josef Steurer, August Willi, Michael Metzler, Klemens Nenning, Peter Feuersinger

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