Mehrfachantrag

Die Mehrfachanträge werden jedes Jahr im März von der AMA an die Landwirte versandt.
Die Entgegennahmen erfolgen, in der bewährten Form, über die Gemeindeämter mit Hilfe der AntragsberaterInnen. Die Landwirte bekommen gesondert noch eine Einladung der Landwirtschaftskammer mit dem individuellen Zeitpunkt.

Das Umweltprogramm: ÖPUL 2007

Zu jeder Maßnahme, an der man teilnimmt übermittelt die AMA ein sogenanntes Maßnahmenerläuterungsblatt mit allen für die jeweiligen Maßnahmen gültigen Bestimmungen. Nachfolgend die wesentlichen Punkte.

Die Verpflichtungsdauer im ÖPUL 2007 reicht bis einschließlich 2013. Nach einer fünf- oder sechsjährigen Laufzeit ist der Ausstieg aus der Verpflichtung (bezogen auf Maßnahmen oder das gesamte Programm) mit gesondertem schriftlichem Antrag ohne Rückzahlungsverpflichtung zulässig.

 

Flächenabgangstoleranz

Bei Verringerung von mit Verpflichtungen belegten Flächen ist zu beachten:

Die in gleich- oder höherwertigen Maßnahmen weitergeführte Verpflichtung durch einen Folgebewirtschafter führt zu keiner Beanstandung.

Wird die Verpflichtung bei Verpachtung/Verkauf von Flächen bzw. bei Herausnahme aus der landwirtschaftlichen Nutzung nicht weitergeführt, dann gelten folgende, jährliche anwendbare, auf die einzelne Maßnahme bezogene Toleranzgrenze: maximal 10%, höchstens 5 ha, in jedem Fall jedoch bis zu 0,5 ha.

Bei bestimmten Maßnahmen ist die Verpflichtung an die jährlich für diese Maßnahme verfügbare Fläche gebunden, d. hd. es ist bei Flächenabgang lediglich der Weiterverbleib in dieser Maßnahme erforderlich.

Aufbewahrungsplicht

Laut Sonderrichtlinien zum ÖPUL 2007 ist der Förderungswerber verpflichtet, alle die Förderung betreffenden Aufzeichnungen und Unterlagen zehn Jahre ab dem Ende des letzten Jares der Verpflichtung sicher und überprüfbar aufzubewahren.

 

Einige Details zu einzelnen ÖPUL-Maßnahmen

Silageverzicht

  • Förderbar sind FUtterflächen innerhalb einer bestimmten Gebietskulisse.
  • Mindestviehbesatz: 0,5 Rinder-GVE/ha Grünland (ohne Hutweiden und Bergmähder) und Ackerfutterfläche.
  • Die Prämie ist abhängig von der Milchquote zum Stichtag 31.03. im jeweiligen Antragsjahr.

Mahd von Steilflächen

  • Mindestens einmal mähen pro Jahr und Verbringung des Mähgutes.
  • Aufforstungsverbot
  • Keine Grlünlanderneuerung durch Umbruch
  • Nutzungshäufigkeit und Nutzungsintensität: Auf mindestens 5% der Maßnahmenfläche dürfen maximal Zwei Nutzungen erfolgen; keine Beweidung vor der ersten Mahd auf diesen Flächen. Die 5% Berechnungen beziehen sich jeweils auf die einzelnen Hangneigungsstufen, die Flächen der Stufen 2 und 3 können zusammengerechnet werden. Früheste Mähtermine auf diesen Flächen:

* Hangneigungsstufe 1: >25% bis > 35%: 15. Juni

* Hangneigungsstufe 2: > 35% bis 50%: 30 Juni

* Hangneigungsstufe 3: > 50%: 30. Juni

 

Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern und Biogasgülle

  • Der Dünger muss unmittelbar auf oder in den Boden abgelegt werden.
  • Aufzeichnungen sind über die gesamte ausgebrachte Menge und über die verlustarm ausgebrachte zu führen. Für 2009 bezieht sich dies auf den Zeitraum von 16. Mai 2008 bis zum 15. Mai 2009. Mengen, die ab dem 16. Mai 2009 ausgebracht werden, zählen bereits zum Antragsjahr 2010. Die bis 15. Mai 2009 verlustarm ausgebrachte Menge ist im MFA 2009 am Mantelantrag Seite 2 einzutragen.
  • Bei Ausbringung von BIogasgälle sind Nachweise über die Vergärungsprodukte aufzubewahren.
  • Bei Einsatz betriebsfremder Geräte sind Rechnungen, Lieferscheine oder dergleichen aufzubewahren.
  • Prämie bei Beantragung im Herbstantrag 2009: In diesen Fällen wird die im Jahr 2010 (bis 15.05.) ausgebrachte Menge gefördert. Rämienobergrenze: Maximal für 30m³/ha düngungswürdiger Fläche

 

Einheitliche Betriebsprämie (EBP)

Für die Gewährung der EBP war es bisher erforderlich, dass die beihilfefühige Fläche dem Antragsteller für einen Zeitraum von mindestens zehn Monaten zur Verfügung steht. Dieser Zehnmonatszeitraum wird im Jahr 2009 durch einen Bewirtschaftungs-Stichtag ersetzt. Der Stichtag wurde mit 09. Juni festgesetzt.

 

Milchkompression

Bewirtschafter können unter bestimmten Voraussetzungen Zahlungsansprüche auf eine reduzierte FLäche 2009 komprimieren. Dabei werden die vorhandenen Zahlungsansprüche in die nationale Reserve abgetreten und im Gegenzug neue komprimierte Zahlungsansprüche aus der nationalen Reserve abgetreten und im Gegenzug neue komprimierte Zahlungsansprüche aus der nationalen Reserve (NRZA) zugeteilt. Der Gesamtwert der Betriebsprämie bleibt gleich.

Unter bestimmten Voraussetzungen können definierte Milcherzeuger ihre Zahlungsansprüche aufgrund von Pachtflächenverlust komprimieren.

Kriterien für die Milchkompression

  • Zum 31.03.2009 muss eine Milchquote zur Verfügung stehen.
  • Bis zum 31.03.209 müssen mindestens 10% Milchquote zugekauft worden sein. Dabei werden alle Zukäufe im Zeitraum von 01.04.1995 bis 31.03.2007 berücksichtigt.
  • Zum Zeitpunkt der Milchprämienentkoppelung (im Jahr 2009) muss die Milchprämie mindestens 25% an der gesamten EBP ausmachen.
  • Pachtflächenverluste am Heimgut (keine Almflächen) nach dem MFA 2005 können für die Milchkompression angerechnet werden.

Zu erfüllende Kriterien

    • Aufnahme der Betriebsführung auf eignen Namen und eigene Rechnung in der Zeit von 01.01.2004 bis 15.05.2008. Davor darf duch diesen Bewirtschafter keine landwirtschaftliche Tätigkeiten ausgeübt worden sein. DIe Bekanntgabe einer derartigen Bewirtschaftungsaufnahme erfolgt(e) mittels Bewirtschafterwechsel durch Übernahme eines bestehenden Betriebes oder durch Betriebsneugründung.
    • Im Zuge des Bewirtschafterwechsels darf keine Zahlungsanspruchsübertragung erfolgt sein. Weiters müssen mind. 4 ha beihilfefähige Fläche bewirtschaftet werden, für die keine Zahlungsansprüche zur Verfügung stehen. Übernommene Zahlungsansprüche bei FLächenzugängen (Zupachtung, Übernahme zur Nutzung) außerhalb der Rechtsnachfolge (= Bewirtschafterwechsel) werden für die Berechnung der ZU-freien Fläche abgezogen, da keine Doppelbelegung von Flächen mit Zahlungsansprüchen erfolgen kann.
    • Der Bewirtschafter darf zum Zeitpunkt der Bewirtschaftungsaufnahme das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
    • Der Neubeginner muss über eine ausreichende berufliche Qualifikation verfügen. ALs Mindestmaß ist die Ausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter anzusehen. Ist der Neubeginner noch in der Ausbildung, kann der Abschluss innerhalb von zwei Jahren nach Antragstellung erfolgen und nachgereicht werden (Nachweis!).
    • Ein Betriebsverbesserungsplan über den Betrieb des Neubeginners is vorzulegen.

 

 

 

Kühe Landwirtschaft I

 

(Quelle: "Unser Ländle" Nr. 9/74 Jahrgang)